Unter Federführung des Lindenau-Museums Altenburg wurde gemeinsam mit dem Landkreis Altenburger Land, dem Landestheater Altenburg, der Musikschule des Landkreises Altenburger Land und dem Museum Burg Posterstein das Projekt der „Fliegende Salon“ entwickelt. Damit wird ein historisches Format aufgegriffen, das in der Region im 19. Jahrhundert zu Hause war. Bereits damals fand Kommunikation europaweit statt. Menschen verschiedener Gesellschaftsschichten und mit unterschiedlichsten Überzeugungen trafen im „Salon“ zusammen, lasen gemeinsam Bücher, hörten Musik und tauschten ihre Meinungen aus. Einer der bekannten Salons im Altenburger Land war der der Herzogin von Kurland in Löbichau, den das Museum Burg Posterstein erforscht. Obwohl der von Ort zu Ort „Fliegende Salon“ historische Wurzeln hat, ist seine Idee jedoch modern und zukunftsgewandt.

Einen Blick in den historischen Salon der Herzogin von Kurland gewährt das Aquarell „Aufnahme Frauenlobs des 2 ten am 8. September in Löbichau“, das der Künstler Ernst Welker 1819 malte und das man heute im Museum Burg Posterstein anschauen kann. Wie sieht der „Salon“ der Gegenwart aus?

In einer Zeit, in der trotz unendlicher Informationsmedien die Menschen vereinzeln, soll der „Fliegende Salon“ dazu beitragen, das Zusammentreffen von Menschen zu ermöglichen, den Meinungsaustausch zu fördern, kulturelle Sparten zusammenzubringen und überhaupt zum Mitmachen anzuregen. Denn auch im historischen Salon konnte jeder seine Meinung äußern, wenn sie nur respektvoll vorgetragen wurde. Jeder konnte mit den anderen musizieren, mit Profis und Laien Theater spielen, eigene oder fremde Verse vortragen, zeichnen oder Gemälde in lebende Bilder verwandeln.

Spannend wird es dann, wenn die Idee abfärbt und der eine oder andere erkennt, dass es gar nicht schwer ist, andere nach Hause (in den eigenen Salon) oder in einen der zahllosen Veranstaltungsräume in den Gemeinden einzuladen, um zu diskutieren, Konzepte auszutauschen oder gemeinsam kulturell aktiv zu werden.